7 Gründe warum wir keine Jünger machen

Dieser Beitrag gibt einen Artikel von J. Lee Grady im Charisma Magazine wieder. Es  handelt sich dabei nicht um eine genaue Übersetzung, aber die wichtigsten Gedanken werden weitergegeben. Hier ist der Originalartikel.

1. Wir kennen den Missionsbefehl nicht!

Bevor Jesus zum Vater ging,  gab er uns den letzten Marschbefehl in Matthäus 28:19. Er sagte nicht: „Geht und zieht Menschenmengen an“ oder „Geht und predigt den Massen“ oder „Geht und baut Kirchen“. Jesus machte klar, dass unsere Priorität beziehungsorientierte Jüngerschaft ist: „Geht und macht zu Jüngern“, ist sein Auftrag. Jesus selbst verbrachte den Hauptteil seines dreieinhalbjährigen Dienstes damit, sich in eine kleine Gruppe von Nachfolgern zu investieren. Warum glauben wir, dass wir es anders können?

2. Wir haben selbst keine Jüngerschaft erlebt.

Auch viele Pastoren hatten niemand, der sie „gejüngert“ hat. Nur wenige hatten einen Mentor oder geistlichen Vater, der sich um sie gekümmert hat. Bibelschulen und theologische Seminare lehren meist nur Theologie und Methodologie. Aber Jünger sind keine Fließbandarbeit, sie sind Handarbeit. Ärzte in unserem Land müssen durch Praktika und werden von erfahrenen Mentoren begleitet. Aber nicht viele Christen erfahren praktische Begleitung durch einen Mentor, der sich um sie kümmert. Paulus schreibt an die Korinther: „durch Jesus Christus und durch das Evangelium bin ich euch zum Vater geworden.“ Aber dieses Konzept ist uns heute fremd, weil die Vaterlosigkeit unserer Kultur auch in unsere Gemeinden Einzug gehalten hat!

3. Programme sind uns lieber als Beziehungen

Als Jesus seine Jünger rief, „ wählte er zwölf von ihnen aus, die ständig bei ihm sein sollten und die er später aussenden wollte, damit sie predigten.“ (Markus 3:14). Das erste, worum es Jesus ging, war Beziehung; der Dienst war zweitrangig. Heute haben wir das umgekehrt – wir sind auf den Dienst ausgerichtet, und die Wichtigkeit der Beziehungen wird herabgesetzt. Wenn christlicher Dienst zum Geschäft wird, haben wir uns von echter Jüngerschaft abgewandt.

4. Wir sind beeindruckt von Größe.

Die Nachfahren Noahs bauten den Turm von Babel, weil sie sich selbst ein Monument errichten wollten. Das war und ist immer die Tendenz des natürlichen Menschen. Wir lieben es groß! Wir stehen gerne im Scheinwerferlicht. Aber Gott kam und verwirrte die Turmbauer (vgl. 1.Mose 11), denn er wollte, dass sie sich ausbreiteten, nicht dass sie in die Höhe bauen. Wir bevorzugen die Addition, aber Gott wünscht sich Multiplikation. Dawson Trotman, der Gründer der Navigatoren, war dem Konzept der Jüngerschaft völlig verpflichtet, denn er wusste, wenn er sich in eine kleine Gruppe von Christen investierte, bis diese ganz reif waren, würden die sich wieder in andere investieren und das würde eine Kettenreaktion auslösen.

5. Uns fehlt die Geduld für den Prozess

Es gibt nicht Glamouröses oder Sensationelles an Jüngerschaft. Drei Jahre eine Kleingruppe zu leiten scheint nicht beeindruckend zu sein. Genau das hat Jesus getan – dennoch hat ihn einer seiner engsten Jünger verleugnet. Aber als dieser wieder hergestellt war, predigte er seine erste Predigt am Pfingsttag,  und mit ihr begann die neutestamentliche Gemeinde. Vielleicht erlebst du Frust,  weil einige deiner Jünger nur im Schneckentempo zu wachsen scheinen. Aber du weißt nicht,  welche Bedeutung deine Jünger letztendlich noch haben werden!

6. Unsere persönliche Gebrochenheit hält uns davon ab andere zu heilen.

Der Prozess der Jüngerschaft beinhaltet die Heilung von Wunden aus der Vergangenheit. Wir können auch nicht reif in Christus werden, wenn wir noch an sündige Gewohnheiten gebunden sind. Dennoch bleiben viele Christen in ihrer Entwicklung stecken, weil sie nicht durch den notwendigen Prozess der Heilung gegangen sind. Du kannst andere nicht weiter führen,  als du selbst bist.

7. Wir möchten lieber unreife Kirchgänger

Wenn Kinder erwachsen werden, verlassen sie ihr Zuhause, heiraten und gründen ihre eigene Familie. Das war Gottes Plan, seit er Adam und Eva gesagt hat „seid fruchtbar und vermehrt euch!“ (1.Mo 1:28). Jesus wiederholte diesen Auftrag an seine Jünger als er sagte: „Die Herrlichkeit meines Vaters wird ja dadurch sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist.“ (Joh.15:8) Echte Jünger machen andere zu Jüngern. Sie sitzen nicht Jahr für Jahr als Zuschauer im Gottesdienst. Manche unsichere Pastoren möchten aber nicht, dass ihre Gemeindeglieder wachsen, sie fühlen sich von reifen Gläubigen bedroht. Das ist verrückt! Ich möchte doch dass meine geistlichen Söhne und Töchter mich übertreffen.

Also zurück zur Priorität der Jüngerschaft!

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