Prinzip 2: Großzügig säen

Vor einigen Jahren traf ich einen Mann, der sehr viele Menschen zu Jesus geführt und sie zu Jüngern gemacht hat! Er erzählte davon, dass viele, denen er helfen wollte, das gleiche zu tun wie er, ihm immer wieder sagen würden: „Ja das ist deine Gabe! Aber wenn wir mit Menschen sprechen, erfahren wir so viel Ablehnung, Widerstand und Gleichgültigkeit! Bei uns funktioniert das nicht so!“
Er sagte: „Weißt du, ich, erfahre genauso viel Opposition, aber ich höre einfach nicht auf, das Evangelium weiterzugeben.“ Das hat mich beeindruckt und ermutigt!
Als Jesus das Gleichnis vom Sämann erzählt (Markus 4:1-20), beschreibt er, wie dieser den Samen auf den unterschiedlichsten Böden aussät!
Es ist das Bild von jemandem, der das Evangelium großzügig und wahllos ausstreut. Es gibt nicht vorher eine Bodenuntersuchung. Der Boden wird nicht zuerst von Steinen befreit. Trotzdem findet der Same einen Weg, aufzugehen!
Dreißig, sechzig und sogar hundertfach! Das sollte unsere Einstellung sein, wenn wir das Evangelium weitergeben. Ja ich weiß. Ich möchte auch nicht gerne anecken und lieber angenommen und angehört werden. Ich such mir auch lieber die Leute aus und spreche mit solchen, die offen sind für das Evangelium. Und genau hier sollten wir auch anfangen! Da, wo es uns leicht fällt, das Evangelium weiterzugeben. Denn meistens sind es ein oder zwei negative Erfahrungen, die uns geprägt haben, und weswegen wir zögerlich sind, unseren Glauben weiter zu geben. Ist dir auch schon aufgefallen, dass viele leichter vom Sieg des Fußballvereins oder dem schwierigen Chef erzählen können als von Jesus. Ich glaube, das liegt auch daran, dass es hier um eine geistliche Dimension geht.
Der Schlüssel ist: Fang einfach an. Nimm dir einen Freund mit, zu zweit geht es immer leichter oder bitte jemand für dich zu beten, bevor du ein Gespräch mit jemandem hast. Mach dir keine Sorgen, du musst nicht alles wissen, bevor du mit jemanden über Jesus sprichst.
Und mit jedem Weitergeben wird es leichter! Jesus sagte, dass es ein ganz natürliches (bzw. geistliches) Nebenprodukt unserer Nachfolge ist, dass wir zu Menschenfischern werden! (Matthäus 4:19) Das heißt aber auch, dass das Menschenfischen zur Nachfolge gehört, ein Teil davon ist! Jeder Gläubige hat die Verantwortung, das Evangelium weiter zu geben! Und ich habe oft Überraschendes dabei erlebt. Leute, von denen ich es nie gedacht hätte, kamen zum Glauben.
Und genau das geschieht in Gemeinde-Gründungs-Bewegungen: Das Evangelium wird großzügig und verschwenderisch weiter gegeben! Nicht aus Zwang oder mit Druck. Nein, sondern weil das Herz voll ist mit Jesus, mit dem Erleben seiner Gnade kann man einfach nicht schweigen und gibt es weiter! Ich will das noch viel besser lernen! Du auch?

Die 4G-Strategie

Zugegeben: Der Titel klingt einigermassen wild, aber es geht heute einfach nochmal ein paar  Gedanken zu Lukas 10:

Gebet: Jesus beginnt damit, dass er seinen Jüngern etwas über Gebet sagt. Sie sollen um Arbeiter beten, weil die Ernte so groß ist! Was auch immer nachher geschieht, der Anfang ist Gebet! Ich denke, wir unterschätzen das Gebet immer wieder! Es geht darum, mit Gott zusammenzuarbeiten! Es geht um geistliche Realität und Wirkungen. Oft kümmern wir uns mehr um unsere Fähigkeiten, unsere Methoden, unsere Werbung usw. All diese Dinge sind gut und wichtig, können aber niemals das Gebet ersetzen! Jesus ruft seine Jünger auf, um Arbeiter für die Ernte zu beten. Kurz darauf werden sie selbst von ihm geschickt!

Gehen: Ist dir aufgefallen, dass Jesus nicht sagt: „Ladet die Leute ein, schaut zu dass der Saal voll ist, wenn ich komme, damit alle meine Message hören!“ Die Jünger selbst sollen gehen, sie sollen sich in Bewegung setzen und dorthin gehen, wo die Menschen sind, die Jesus erreichen will! In den Häusern der Menschen sollen sie das Reich Gottes predigen und es demonstrieren.

Gemeinsam: Jesus schickt seine Jünger immer mindestens zu zweit! Wir brauchen Ermutigung und Ergänzung! Ja gerade bei Pionieren ist das nicht so einfach, jeder hat seinen eigenen Kopf. Aber es ist auch ein wichtiger Aspekt, unterschiedliche Persönlichkeiten in Liebe und Einigkeit zu sehen!

Gruppen: Genauso wenig, wie die Jünger nicht alleine gehen sollen, sollen sie auch nicht nur Einzelne erreichen. Jesus spricht zwar von einer Person des Friedens, aber letztlich geht es um ein „Haus“: dort zu bleiben, zu essen, zu verkündigen und zu zeigen, was das Evangelium ist. Mit dem Haus ist in der Bibel nicht nur ein Gebäude gemeint, sondern immer auch eine Familie, ein Beziehungsnetzwerk, eine Gruppe! Obwohl Jesus jeder einzelne wichtig ist, möchte er, dass ganze Familien, Sippen und Völker ihn kennen lernen.Ich finde es interessant, dass die ersten Jünger Jesu Brüder, Freunde, Kollegen waren, die alle aus demselben Ort kamen!

  •  Schau mal nach ob du in der Apostelgeschichte ein ähnliches Muster findest!
  • Mach Gebet zu der Priorität in deinem Leben!
  • Schließe dich einem Team an, das das Evangelium weitergibt oder suche dir Leute, die bereit sind, mit dir ein Team zu bilden!
  • Lasst Euch von Gott offene Personengruppen zeigen!

 

Was siehst Du?

Zwölf Kundschafter schickt Mose nach Kanaan. Zehn davon sehen nur die Unmöglichkeit. Die Riesen. Die Probleme. Zwei sehen die Sache mit anderen Augen.
David und Goliath sind sprichwörtlich geworden. Was sah David, was König Saul und seine ganze Armee nicht sahen?
In Lukas 10:2 wird berichtet:

„Er (Jesus) sagte zu ihnen(seinen Jüngern, die er aussandte): »Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt.“

Jesus schickt siebzig Jünger aus. Sie sollen an die Orte gehen wo er hinkommen will. Sozusagen Vorbereitungsteams. Aber ihr Auftrag ist nicht: das Hotelzimmer vorbereiten, die Menüs zu planen und einen großen Saal zu organisieren. Nein, sie sollen noch nicht mal Verpflegung und genug Geld mitnehmen. Ihr Auftrag ist: eine vorbereitete Person zu finden. Sich einladen zu lassen. Essen und Trinken. Das Reich Gottes zu demonstrieren „Heilt die Kranken“ und es zu verkünden (Lukas 10:9)!
Wenn die Jünger so waren, wie einige Jünger die ich kenne, dann sahen zunächst einmal die Hindernisse: Wer wird uns aufnehmen? Die wollen vielleicht gar nichts hören? Deswegen beginnt Jesus damit, ihnen zunächst einmal zu versichern: Die Ernte ist groß!
Auch beim Missionsbefehl beginnt Jesus zuerst mit den Zusagen: ich bin immer bei euch, ich habe alle Macht, bevor er die Größe der Aufgabe zeigt. Jesus schickt uns, er sendet uns mit einem Auftrag: Machet zu Jüngern! Aber den können wir nur erfüllen, wenn wir uns seine Sichtweise zu eigen machen:

• Die Ernte ist groß!
• Die Ernte ist reif!
• Er ist der Herr der Ernte und immer bei uns!

Dazu fallen mir einige Beispiele ein: Wie letzte Woche eine muslimische Frau zum Glauben an Jesus kam und jetzt ihrer ganzen Familie davon erzählt! Wie zwei Personen, die jahrelang ein Last mit sich herumschleppten und mit niemanden darüber reden konnten, jetzt plötzlich alle wissen lassen wie gut es ihnen ohne diesen Rucksack geht. Oder ein Mann,  der bei einem meiner Seminare immer wieder stört und mit seinen Kommentaren dazwischen funkt wird geheilt und ruft mich eine Woche später überraschend an, weil er mit mir über ein Problem reden will.
Es ist ganz interessant: Jesus schickt seine Leute als Vorbereitungsteams an Orte wo er hinkommen will aber wenn wir dort ankommen merken wir: Er ist schon da!

10 Elemente von Gemeindegründungs-Bewegungen

 

1. Gebet

2.Reichliches und Großzügiges Säen des Evangeliums

3. Gezielte Gemeindegründung

4. Autorität der Heiligen Schrift

5. Einheimische Leiter

6. Leiter, die „Laien“ sind

7. Einfache, organische Gemeinde

8. Gemeinden die Gemeinden gründen

9. Schnelle Reproduktion

10. Gesunde Gemeinden
d.h. Gemeinden mit den fünf folgenden fünf Merkmalen:

  • Anbetung,
  • evangelistische und missionarische Bemühungen,
  • Schulung und Jüngerschaft,
  • Dienst und
  • Gemeinschaft

Aus dem Buch „Gemeindegründungsbewegungen“ von David Garrison. Wer das kleine Büchlein als PDF (76 Seiten) herunterladen möchte, kann das hier tun. Hier gibt es die gedruckte Version gratis. Wer sich ausführlicher damit beschäftigen möchte findet das umfangreichere Werk (297 Seiten) des Autors hier.

Verräter ihres Glaubens:

Das gefährliche Leben von Muslimen, die Christen wurden

Von Bruder Andrew und Al Janssen, Brunnen Verlag/Open Doors 2007

Das Buch hat nach meiner Ansicht zwei Absichten: es will uns mit der Situation der Christen in islamischen Ländern vertraut machen, und uns einen Weg zeigen, wie wir mit der Herausforderung des Islam umgehen.

Im ersten Teil des Buches lernen wir die Lebensgeschichten von Personen aus einem arabischen Land kennen. Diese Personen sind zwar fiktiv, aber dahinter stehen wirkliche Schicksale, die zu diesen fiktiven Personen verfremdet wurden. Wir erleben mit, wie es alteingesessenen Christen und Namenschristen im Nahen Osten geht, und auch was passiert, wenn Moslems sich Jesus zuwenden und beginnen ihm nachzufolgen. Die Geschichten sind interessant und nachvollziehbar geschrieben. Beim Lesen lebt und leidet man mit.

Im zweiten Teil wird die Frage gestellt: Wie gehst du mit der Herausforderung des Islam und mit Moslems persönlich um? Und dazu geben uns die Autoren vier Antworten:

  1. Alle Muslime zu lieben, indem wir ihnen das Evangelium bringen
  2. Zu vergeben, wenn sie uns bekämpfen
  3. Ein Leben der Hingabe an Jesus zu führen (dass Muslime uns ernst nehmen können)
  4. Den eigentlichen Kampf aufzunehmen, nämlich den geistlichen Kampf! Das bedeutet im Gebet für und mit den Menschen in diesen Ländern einzustehen. Und wenn Gott uns ruft auch zu gehen oder uns auf andere Weise für die Menschen dort einzusetzen.

Ich finde den zweiten Teil fast wichtiger. Wenn wir Dinge wie Selbstmordattentate oder ähnliches erleben oder davon hören, stehen wir in der Gefahr, im selben Geist des Hasses und der Gewalt zu reagieren. Zumindest verbal oder gedanklich. Wenn wir anfangen für Muslime zu beten und sie zu lieben, dann spiegeln wir den Geist Christi wieder. Und das  ist der einzige Weg diesen Kampf zu gewinnen.

Wer auch englische Bücher liest, dem möchte ich in diesem Zusammenhang noch zwei weitere Bücher empfehlen:

The Father Glorified: True Stories of God’s Power Through Ordinary People von Patrick Robertson und Miraculous Movements von Jerry Trousdale.

Hier noch ein Link zu Open Doors, dem Missionswerk zu dem die Autoren gehören.