Papst Franziskus

Habemus papam! Nun ist er also gewählt, der neue Papst! Und er wurde von den meisten Menschen mit Begeisterung aufgenommen.Die Menschen erwarten sich das ihre Wünsche erfüllt werden! Sie setzen ihre Hoffnungen auf den „Papst der
Herzen“, wie er von den Medien tituliert wird. Mit Begeisterung wird er angenommen, Geschichten von seiner Demut und Bescheidenheit sind im Umlauf. Betont wird sein Einsatz für die Armen, endlich ein Lateinamerikaner, ein Nichteuropäer an der Spitze der römisch-katholischen Kirche. Sein freundliches Auftreten, das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel und die Tatsache, dass er seine Rechnungen selbst begleicht machen ihn sympathisch und nehmen ihn für uns ein. Wie alle Päpste wählt er einen Namen für sich, der Programm sein soll: Franziskus! D.h. Umkehr und Umdenken, Loslassen von Reichtum und Besitz, Solidarität mit den Armen.Er nimmt Bezug auf Franz von Assisi, der als reicher Erbe ein Leben im Wohlstand hätte führen können stattdessen aber Jesus folgen wollte und eine Bewegung ins Leben rief die bis heute Auswirkungen hat. Franz von Assisi war nie im System der Kirche integriert, wohl hatte er die Erlaubnis des Papstes einen Orden zu führen und zu predigen, aber er blieb Zeit seines Lebens außerhalb der Strukturen der römischen Kirche. Kardinal Jorge Bergoglio hat in Buenos Aires bewiesen, dass er selbst diese Werte durchaus lebt. Inwieweit er eine Bewegung in dieser Richtung in der katholischen Kirche auslösen wird wissen wir nocht nicht, er steht nicht wie sein Namensvorbild außerhalb der Strukturen sondern steckt mitten drin! Könnte es sein, dass diese Strukturen in Bewegung kommen? Heute hielt er seine erste Predigt: Gehen, Aufbauen und Bekennen waren die Schlagworte darin! Auch dass die Predigt mit „Gehen“ anfängt macht Hoffnung, das Franziskus  sich nicht auf den „Stuhl Petri“ konzentriert sondern aufsteht und vorangeht.Er sagte in dieser Predigt auch:

„Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn: Wir sind weltlich, wir sind Bischöfe, Priester, Kardinäle, Päpste, aber nicht Jünger des Herrn.“

Franziskus möchte, dass die Kirche nicht nur eine wohlmeinende NGO ist, sondern ihren Platz als Braut Christi einnimmt! Die ganze Predigt im Wortlaut ist hier zu finden. Was mich irritiert hat (aber eigentlich zu erwarten war) war, dass er in der gleichen ersten Messe, übrigens in der Kirche Santa Maria Maggiore, der Jungfrau Maria für seine Wahl gedankt bzw. ihr die Diözese geweiht haben soll. Bereits am Mittwochabend hatte der Vatikansprecher einen möglichen Besuch in  Santa Maria Maggiore angekündigt. Dort befindet sich die Ikone „Salus Populi Romani“ (Beschützerin des Römischen Volkes), ein vermutlich spätantikes Marienbild. Es gilt als die bedeutendste Marienikone Roms und wird von Gläubigen hoch verehrt. Für mich eigentlich ein Widerspruch zur eindeutigen Nachfolge Jesu, aber zumindest auch eine klare Ansage. Hier noch ein begeisterter Bericht über den Papst von evangelikaler Seite.