Der Vierer-Typ

Ein Student kommt zu mir: „Ich bin ein ‚Vierer-Typ‘!“ stöhnt er.“‚Vierer-Typ‘, was willst du damit sagen?“ ist meine Reaktion. „Naja, sämtliche Arbeiten die ich schreibe, alle Tests, jede Prüfung, ich kriege immer nur Vierer!“ „Bring mal Deine Arbeiten her, lass mal anschauen!“ fordere ich ihn heraus. Er bringt seine letzten schriftlichen Arbeiten und legt sie vor mir auf den Tisch. Wir schauen alles gemeinsam durch, und soweit ich mich erinnere ist keine einzige Vier dabei! Das ist schon ein Weilchen her, in der Zwischenzeit hat der junge, unsichere Student seinen Doktortitel gemacht! Und ich hoffe er gibt seinen Studenten diese Lektion weiter.

Die 4G-Strategie

Zugegeben: Der Titel klingt einigermassen wild, aber es geht heute einfach nochmal ein paar  Gedanken zu Lukas 10:

Gebet: Jesus beginnt damit, dass er seinen Jüngern etwas über Gebet sagt. Sie sollen um Arbeiter beten, weil die Ernte so groß ist! Was auch immer nachher geschieht, der Anfang ist Gebet! Ich denke, wir unterschätzen das Gebet immer wieder! Es geht darum, mit Gott zusammenzuarbeiten! Es geht um geistliche Realität und Wirkungen. Oft kümmern wir uns mehr um unsere Fähigkeiten, unsere Methoden, unsere Werbung usw. All diese Dinge sind gut und wichtig, können aber niemals das Gebet ersetzen! Jesus ruft seine Jünger auf, um Arbeiter für die Ernte zu beten. Kurz darauf werden sie selbst von ihm geschickt!

Gehen: Ist dir aufgefallen, dass Jesus nicht sagt: „Ladet die Leute ein, schaut zu dass der Saal voll ist, wenn ich komme, damit alle meine Message hören!“ Die Jünger selbst sollen gehen, sie sollen sich in Bewegung setzen und dorthin gehen, wo die Menschen sind, die Jesus erreichen will! In den Häusern der Menschen sollen sie das Reich Gottes predigen und es demonstrieren.

Gemeinsam: Jesus schickt seine Jünger immer mindestens zu zweit! Wir brauchen Ermutigung und Ergänzung! Ja gerade bei Pionieren ist das nicht so einfach, jeder hat seinen eigenen Kopf. Aber es ist auch ein wichtiger Aspekt, unterschiedliche Persönlichkeiten in Liebe und Einigkeit zu sehen!

Gruppen: Genauso wenig, wie die Jünger nicht alleine gehen sollen, sollen sie auch nicht nur Einzelne erreichen. Jesus spricht zwar von einer Person des Friedens, aber letztlich geht es um ein „Haus“: dort zu bleiben, zu essen, zu verkündigen und zu zeigen, was das Evangelium ist. Mit dem Haus ist in der Bibel nicht nur ein Gebäude gemeint, sondern immer auch eine Familie, ein Beziehungsnetzwerk, eine Gruppe! Obwohl Jesus jeder einzelne wichtig ist, möchte er, dass ganze Familien, Sippen und Völker ihn kennen lernen.Ich finde es interessant, dass die ersten Jünger Jesu Brüder, Freunde, Kollegen waren, die alle aus demselben Ort kamen!

  •  Schau mal nach ob du in der Apostelgeschichte ein ähnliches Muster findest!
  • Mach Gebet zu der Priorität in deinem Leben!
  • Schließe dich einem Team an, das das Evangelium weitergibt oder suche dir Leute, die bereit sind, mit dir ein Team zu bilden!
  • Lasst Euch von Gott offene Personengruppen zeigen!

 

Was siehst Du?

Zwölf Kundschafter schickt Mose nach Kanaan. Zehn davon sehen nur die Unmöglichkeit. Die Riesen. Die Probleme. Zwei sehen die Sache mit anderen Augen.
David und Goliath sind sprichwörtlich geworden. Was sah David, was König Saul und seine ganze Armee nicht sahen?
In Lukas 10:2 wird berichtet:

„Er (Jesus) sagte zu ihnen(seinen Jüngern, die er aussandte): »Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenig Arbeiter da. Bittet deshalb den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt.“

Jesus schickt siebzig Jünger aus. Sie sollen an die Orte gehen wo er hinkommen will. Sozusagen Vorbereitungsteams. Aber ihr Auftrag ist nicht: das Hotelzimmer vorbereiten, die Menüs zu planen und einen großen Saal zu organisieren. Nein, sie sollen noch nicht mal Verpflegung und genug Geld mitnehmen. Ihr Auftrag ist: eine vorbereitete Person zu finden. Sich einladen zu lassen. Essen und Trinken. Das Reich Gottes zu demonstrieren „Heilt die Kranken“ und es zu verkünden (Lukas 10:9)!
Wenn die Jünger so waren, wie einige Jünger die ich kenne, dann sahen zunächst einmal die Hindernisse: Wer wird uns aufnehmen? Die wollen vielleicht gar nichts hören? Deswegen beginnt Jesus damit, ihnen zunächst einmal zu versichern: Die Ernte ist groß!
Auch beim Missionsbefehl beginnt Jesus zuerst mit den Zusagen: ich bin immer bei euch, ich habe alle Macht, bevor er die Größe der Aufgabe zeigt. Jesus schickt uns, er sendet uns mit einem Auftrag: Machet zu Jüngern! Aber den können wir nur erfüllen, wenn wir uns seine Sichtweise zu eigen machen:

• Die Ernte ist groß!
• Die Ernte ist reif!
• Er ist der Herr der Ernte und immer bei uns!

Dazu fallen mir einige Beispiele ein: Wie letzte Woche eine muslimische Frau zum Glauben an Jesus kam und jetzt ihrer ganzen Familie davon erzählt! Wie zwei Personen, die jahrelang ein Last mit sich herumschleppten und mit niemanden darüber reden konnten, jetzt plötzlich alle wissen lassen wie gut es ihnen ohne diesen Rucksack geht. Oder ein Mann,  der bei einem meiner Seminare immer wieder stört und mit seinen Kommentaren dazwischen funkt wird geheilt und ruft mich eine Woche später überraschend an, weil er mit mir über ein Problem reden will.
Es ist ganz interessant: Jesus schickt seine Leute als Vorbereitungsteams an Orte wo er hinkommen will aber wenn wir dort ankommen merken wir: Er ist schon da!